Der Kummer, der nicht spricht, 

nagt leise an dem Herzen, bis  es bricht.

William Shakespeare (1564-1616)


12. März 2026
Beratung & Soforthilfe Hier findest Du ein freundliches offenes Ohr, oder auch eine psychologische Beratung zu den Themen Liebeskummer, Verlust, Trauer, Narzissmus und vieles andere mehr. Das telefonische Erstgespräch (nach Terminvereinbarung) ist kostenlos (Hotline ausgenommen!). Psychologische Beratungsgespräche unterliegen der Schweigepflicht. Alle Gesprächsinhalte werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben!
von Nicky Brühl 9. Februar 2023
Die Phasen einer Trennung So schmerzhaft es ist: Niemand – auch Du nicht – kommt am Ende einer Beziehung an den verschiedenen Phasen einer Trennung vorbei. Sie können sich in ihrer Intensität und Dauer unterscheiden, abhängig von der Länge der Beziehung, ihrer emotionalen Tiefe und den äußeren Umständen. Nach meiner Erfahrung ist vor allem die zweite Phase die längste und gleichzeitig die herausforderndste – weil sie emotional am vielschichtigsten ist. Was jedoch für alle Phasen gilt: Du musst sie durchleben, um wirklich heilen zu können. Der Versuch, diesen Prozess zu umgehen, zu verdrängen oder künstlich zu beschleunigen, führt meist nur dazu, dass der Schmerz später zurückkehrt – oft stärker als zuvor. Die Folgen sind nicht selten: vorschnelle neue Beziehungen ohne echte Grundlage oder ein Leben, das von innerer Unzufriedenheit, Verbitterung oder sogar Einsamkeit geprägt ist. Ich spreche hier auch aus eigener Erfahrung. Viel zu oft habe ich versucht, diese Phasen zu überspringen. Ich bin geflüchtet – in neue Beziehungen, ohne das Alte wirklich verarbeitet zu haben. Das Ergebnis war ein Kreislauf aus erneuten Enttäuschungen und weiteren schmerzhaften Trennungen. Wenn Du Dir jedoch erlaubst, alle vier Phasen bewusst zu durchleben, sie anzunehmen und ihre Bedeutung zu erkennen, schaffst Du die Grundlage für echte Heilung. Dann hast Du die Chance, gestärkt daraus hervorzugehen und Dein Leben neu und positiv zu gestalten. Und ja – auch wenn es sich im Moment vielleicht nicht so anfühlt: Zeit heilt viele Wunden. Vor allem dann, wenn Du bereit bist, den Weg wirklich zu gehen. Phase 1 – Der Schock Der Moment der Trennung trifft Dich wie ein Schlag. Vielleicht kam er völlig unerwartet – dann fühlt es sich an, als hätte Dir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Du bist wie gelähmt. Dein Körper funktioniert, aber innerlich steht alles still. Manche Menschen weinen unaufhörlich, andere wirken wie erstarrt. Manche suchen sofort das Gespräch, andere ziehen sich komplett zurück. Alles kann passieren – nichts davon ist „falsch“. Deine Gedanken sind verschwommen, Deine Wahrnehmung verändert sich. Es fühlt sich an, als würdest Du neben Dir stehen. Der Schmerz sitzt tief – manchmal so tief, dass selbst das Atmen schwerfällt. In dieser Phase fehlt Dir oft die Kontrolle über Deine Emotionen. Du reagierst – aber Du steuerst nicht. Wie lange dieser Zustand anhält, ist sehr individuell. Es können Stunden sein oder mehrere Tage. Doch eines ist sicher: Diese Phase ist der erste, notwendige Schritt in Deinem Verarbeitungsprozess. Phase 2 – Das emotionale Chaos Der erste Schock lässt langsam nach – doch nun beginnt die intensivste Phase. Deine Gefühle fahren Achterbahn. Du weißt, dass die Beziehung vorbei ist – und trotzdem hoffst Du vielleicht noch. Du willst loslassen – und gleichzeitig festhalten. Du bist wütend, traurig, verletzt – und im nächsten Moment voller Sehnsucht. Dein Inneres ist widersprüchlich. Und genau das macht diese Phase so anstrengend. Gedanken kreisen unaufhörlich: Was habe ich falsch gemacht? Was hätte ich anders tun können? Hätte ich die Beziehung retten können? Du gehst Situationen immer wieder durch, suchst nach Antworten, nach Erklärungen, nach einem „Warum“. Gleichzeitig leidet oft Dein Selbstwert. Du zweifelst an Dir, an Deiner Liebenswürdigkeit, an Deiner Zukunft. Vielleicht hast Du das Gefühl, nie wieder jemanden zu finden oder für immer allein zu bleiben. Diese Phase kann sich wie ein emotionales Loch anfühlen – als würdest Du den Boden unter den Füßen verlieren. Du funktionierst nach außen, aber innerlich bist Du erschöpft. Je nach Situation – insbesondere wenn noch Kontakt zum Ex-Partner besteht – kann diese Phase sehr lange andauern. Und doch ist sie entscheidend. Denn genau hier beginnt die eigentliche Verarbeitung. Phase 3 – Neue Möglichkeiten Langsam verändert sich etwas. Die dunklen Momente werden weniger intensiv. Der Schmerz ist noch da – aber er bestimmt nicht mehr jeden Deiner Gedanken. Du beginnst, wieder nach vorne zu schauen. Vielleicht probierst Du neue Dinge aus, lernst neue Menschen kennen oder entdeckst Seiten an Dir, die lange verborgen waren. Du spürst wieder Lebensenergie, Neugier und vielleicht sogar Freude. Du erkennst, dass Dein Leben mehr ist als diese eine Beziehung. Erste Gedanken wie „Vielleicht war die Trennung richtig“ tauchen auf. Du kannst Deinen Ex-Partner mit etwas mehr Abstand betrachten – manchmal sogar mit Verständnis oder einem Hauch von Frieden. Aus dem „Wir“ wird wieder ein „Ich“. Auch Dein Selbstwert beginnt sich langsam zu stabilisieren. Du kommst wieder bei Dir selbst an. Oft zeigt sich dieser Wandel auch im Außen: Du veränderst Dein Umfeld, Deinen Stil, Deine Routinen. Nicht, um jemand anderes zu werden – sondern um Dich selbst neu zu entdecken. Phase 4 – Heilung und Neubeginn Du bist wieder bei Dir angekommen. Die Beziehung gehört jetzt zu Deiner Vergangenheit – nicht mehr zu Deinem Alltag. Der Schmerz hat seinen Platz verloren. Du fühlst Dich stabiler, klarer und innerlich ruhiger. Du hast aus der Erfahrung gelernt – über Dich, über Beziehungen und darüber, was Du wirklich brauchst. Du weißt jetzt besser, was Du willst – und auch, was Du nicht mehr akzeptieren möchtest. Du kannst wieder genießen, lachen und Dich auf Dein Leben einlassen. Und vielleicht bist Du auch wieder offen für eine neue Beziehung – nicht aus Bedürftigkeit, sondern aus innerer Stärke heraus. Du gehst bewusster, achtsamer und gleichzeitig zuversichtlicher in die Zukunft. Denn Du weißt jetzt: Du kannst auch schwere Zeiten überstehen – und daran wachsen.
von Nicky Brühl 8. Februar 2023
Alleinerziehend - Stressfrei & glücklich werden Was Du jetzt als Alleinerziehende Mutter alles unter einen Hut bringen musst, kann sogar die stärkste Frau überfordern. Bist Du aber plötzlich und überraschend in diese neue Situation gestoßen worden, fliegen vermutlich hunderttausend Fragezeichen vor Deinem Kopf herum, gepaart mit diversen Ängsten. Und wenn Deine Emotionen so richtig hochkochen, kommen auch schlaflose Nächte unter Tränen dazu. Die Trennung oder das Ende Deiner Ehe zu akzeptieren und zu verarbeiten ist ja schon schwierig genug, aber jetzt siehst Du zusätzlich einen riesigen Berg Probleme und Herausforderungen vor Dir, die Dich gänzlich unvorbereitet treffen. In dieser Phase möchte ich versuchen Dir zu helfen Deine vielen Fragezeichen zu minimieren und etwas Ordnung und Struktur in Deinen Alltag einfließen zu lassen. Ich bin selbst auch alleinerziehende Mutter von zwei schulpflichtigen Söhnen und selbstständige Unternehmerin mit einer Firma, die ich hauptsächlich bei mir im Haus betreibe. Als die Trennung von meinem Exmann entschieden war und er ausgezogen war, stand ich mit den vielen Facetten und Entscheidungen des Alltags allein da und habe lange gebraucht mich in dieser neuen Welt zurecht zu finden. Es fing bei den kleinen Fragen an wie: „Wer mäht jetzt den Rasen?“ oder „Wer fährt die Kinder wann wohin?“, bis zu den größeren Fragen wie: „Wer geht auf den Elternabend“ oder „Wie regeln wir das mit dem Besuchsrecht des Papas?“. Das zum Beispiel, war eines der Themen, die ich bei der Trennung gar nicht bedacht hatte - die Tatsache, dass ich die Zeit mit meinen Kindern zukünftig mit ihrem Papa teilen muss und ich sie nur noch jedes zweite Wochenende bei mir haben werde. Ich hatte also mit der Entscheidung mich zu trennen automatisch verfügt, dass sich unsere Zeit zusammen nun gefühlt halbiert. Ich hatte mich damals vor den Sommerferien getrennt bzw. mein Exmann ist zu der Zeit ausgezogen. Zum Glück für die Kinder wohnt er aber immer noch im gleichen Ort, eine Straße weiter von unserem ehemalig gemeinsamen Haus. Logischerweise wollte er seine Kinder aber trotzdem regelmäßig sehen, also haben wir uns auf jeden Donnerstagabend, jedes zweite Wochenende und die Hälfe der Ferien geeinigt. Aber die erste Hälfte der Ferien war nun nur ein paar Wochen entfernt, sodass ich ziemlich schnell damit konfrontiert war, das erste Mal seit der Geburt meines zweiten Sohnes, eine ganze Woche ohne Kinder verbringen zu müssen. Und da ich auch keinen neuen Partner hatte, verbrachte ich die Woche ganz allein in meinem großen, stillen, einsamen Haus. Es war die Hölle!!! Obwohl ich die Trennung wollte und es die richtige Entscheidung für alle Beteiligten war, litt ich sehr unter der neuen Situation. Unsere kleine Familie war zerbrochen, und in dieser Woche wurde mir erstmals sehr schmerzlich klar, dass sich mein Leben gänzlich und unwiederbringlich verändert hatte. Das war mit eines der schlimmsten Wochen meines Lebens! Inzwischen (meine Trennung ist jetzt über zehn Jahre her) konnte ich mich an die Wochenenden und Ferienwochen ohne meine Kinder ganz gut gewöhnen. Manchmal freue ich mich sogar auf die Abende für mich, ohne überlegen zu müssen was ich kochen soll, oder an dem ich einfach mal gar nichts reden und tun muss. Aber manchmal fehlen sie mir natürlich auch immer noch sehr. Da würde ich lügen, wenn ich was anderes behaupten würde. Da ich seit ein paar Jahren einen neuen Freund habe, der meistens an den Wochenenden da ist wenn meine Jungs auch da sind, (sie verstehen sich zum Glück alle sehr gut) darf ich auch wieder ein bisschen Familienleben genießen. Ich habe jetzt eigentlich das Beste aus beiden Welten: An den Wochenenden, an denen die Jungs beim Papa sind, habe ich Zeit mit meinem Freund alleine, und an den anderen Wochenenden haben wir alle zusammen Familienleben. Dazwischen habe ich auch mal den Donnerstagabend nur für mich. Inzwischen finde ich das Alleinsein auch ganz schön, was aber schon einige Zeit gedauert hat, bis ich das ehrlich sagen konnte. Ich habe gelernt, oder lernen müssen, die Vorteile meines neuen Lebens zu sehen und die schönen Aspekte zu genießen. Ja, es gibt auch Vorteile und auch schöne Aspekte! Die kannst Du vielleicht momentan noch nicht erkennen, aber das wirst Du mit der Zeit! Ganz sicher! Als erstes möchte ich Dir ein paar Eckpunkte mitgeben, die für Dich jetzt wichtig sein könnten, wie z.B.: wie gestalte ich meinen Umzug mit Kindern oder den Auszug meines Exmannes? Wo kann ich welche staatliche Hilfe beantragen? Was bedeuten z.B. „Sorgerecht“, „Aufenthaltsbestimmungsrecht“ und „Kindesunterhalt“ für mich und meine Zukunft? Wer kann mich rechtlich beraten, wenn ich kein Geld habe? Und dann würde ich Dir gerne Wege aufzeigen, wie Du eine neue Struktur in Deinen Alltag bringen kannst, denn das A und O eines einigermaßen stressfreien Alltags ist nun mal Struktur. Das fängt beim besorgen eines Familienkalenders an, bis zum Koordinieren der schulischen und sportlichen Veranstaltungen und Termine der Kinder, wie ebenfalls vorsichtig Beruf und Haushalt zu jonglieren. Das alles kann man lernen, auch Du(!), und wenn Du diese neue Struktur mal verinnerlicht hast, macht Dir der Alltag sogar auch wieder Spaß! Mehr hierzu in Kürze.
von Nicky Brühl 1. Februar 2023
Die Patchworkfamilie - Eine Gratwanderung und eine Bereicherung Wenn aus verliebt, verlobt, verheiratet - getrennt, geschieden, neu verpartnert wird, kann es die Familie sehr durcheinander bringen. Patchworkfamilien ticken anders als biologische Familien. Der Versuch, es den eigenen und den fremden Kindern, dem/der neuen Partner/ Partnerin, den Exen und auch den Exfamilien gerecht zu werden, führt oft an die Grenze der eigenen Kräfte und zu dem Gefühl es letztlich dann niemandem Recht machen zu können. Es kann einige Zeit dauern, bis jedes Familienmitglied seine neue Rolle findet und annehmen kann. Eine Patchworkfamilie kann gut funktionieren, wenn die folgenden Faktoren berücksichtigt werden: Offene Kommunikation: Es ist wichtig, dass alle Familienmitglieder offen und ehrlich miteinander kommunizieren. Jeder sollte seine Bedürfnisse und Erwartungen klar ausdrücken können. Respekt und Toleranz: Jedes Familienmitglied sollte den anderen mit Respekt und Toleranz behandeln. Es ist wichtig, die Unterschiede und individuellen Bedürfnisse jedes Familienmitglieds zu akzeptieren. Zeit und Geduld: Eine Patchworkfamilie braucht Zeit, um sich zu entwickeln und zu wachsen. Es ist wichtig, Geduld zu haben und sich Zeit zu nehmen, um sich aneinander zu gewöhnen. Gemeinsame Aktivitäten: Gemeinsame Aktivitäten können helfen, die Familie zusammenzubringen und eine gemeinsame Basis zu schaffen. Es ist wichtig, dass alle Familienmitglieder in die Planung und Durchführung einbezogen werden. Klare Regeln und Grenzen: Es ist wichtig, klare Regeln und Grenzen zu setzen, um Konflikte zu vermeiden. Jeder sollte wissen, was von ihm erwartet wird und welche Konsequenzen es gibt, wenn Regeln nicht eingehalten werden. Unterstützung von außen: Eine Patchworkfamilie kann von professioneller Unterstützung profitieren, z.B. durch Familientherapie oder Beratung. Es kann auch hilfreich sein, sich mit anderen Patchworkfamilien auszutauschen und von deren Erfahrungen zu lernen. Ich bin selbst geschieden mit zwei Kindern und lebe in einer glücklichen Patchwork-Familie. Wir verbringen mit unseren neuen Partnern und den dazugehörigen Kindern alle wichtigen Ereignisse, wie Geburtstage, Weihnachten usw. zusammen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass dies ein ganz besonderes Konstrukt ist und ein langer Weg, den nicht viele auf diese Art hinbekommen. Aber es ist ein machbarer Weg, und wenn man es schafft ein harmonisches Miteinander herzustellen, profitieren alle davon, ganz besonders die Kinder!
von Nicky Brühl 1. Januar 2022
„Wirf mich zu Boden doch nehme in kauf, Ich bleibe nicht liegen, ich steh wieder auf! Dann sei auf der Hut, unterschätze mich nicht! Du wirst es bereuen, denn ich schreib über Dich!“ Nicky Brühl Der Narzisst – wie Du ihn erkennst und wie Du Dich befreist Wenn Du es mit einem Menschen zu tun hast, der narzisstische Persönlichkeitszüge hat, kann es lange dauern, bis Du das wirklich erkennst. Oft vergehen Monate oder sogar Jahre. Und wenn Dir schließlich klar wird, dass mit Deinem einstigen Traumprinzen (oder Deiner Prinzessin) etwas nicht stimmt, geht es Dir psychisch meist schon sehr schlecht. Vielleicht hat sich dieses Gefühl langsam eingeschlichen. Vielleicht kam es aber auch ganz plötzlich – wie ein Schlag, der Dich völlig unvorbereitet trifft. Rückblickend erkennst Du wahrscheinlich erste Anzeichen: Am Anfang wurdest Du mit Aufmerksamkeit und Komplimenten überschüttet. Du standest im Mittelpunkt seiner Welt. Doch mit der Zeit hat sich etwas verändert. Aus Bewunderung wurde Kritik. Aus Nähe wurde Distanz. Aus Wärme wurde Kälte. Du hattest zunehmend das Gefühl, nichts mehr richtig machen zu können. Mal war er liebevoll und zugewandt – dann wieder abweisend und unerreichbar. Dieses Wechselspiel hat Dich verunsichert und emotional abhängig gemacht. Und dann war da dieses diffuse Bauchgefühl: Dass etwas nicht stimmt. Dass er vielleicht nicht ehrlich ist. Oder sogar jemand anderen hat. Die Beziehung wurde immer mehr zu einer emotionalen Achterbahnfahrt – mit Höhen, die Dich hoffen ließen, und Tiefen, die Dich erschöpft zurückließen. Und gleichzeitig hattest Du das Gefühl, nicht aussteigen zu können. Irgendwann ist es vorbei. Und plötzlich verstehst Du nichts mehr. Nicht die Situation. Nicht Deinen Partner. Und vor allem: nicht mehr Dich selbst. Alles steht auf dem Kopf. Du fühlst Dich verwirrt, innerlich zerrissen und völlig überfordert von dem Chaos in Deinem Kopf und Deinem Herzen. Deine Gedanken kreisen unaufhörlich. Deine Gefühle spielen verrückt. Was ist gerade schlimmer? Der Schock? Der Herzschmerz? Die Trauer? Die Schlaflosigkeit? Die Konzentrationsprobleme? Oder die ständigen Gedanken an ihn? Oft bleibt nur noch Erschöpfung. Du ziehst Dich zurück, liegst stundenlang wach oder weinst, bis Dir die Kraft fehlt, überhaupt noch aufzustehen. Und dann stellst Du Dir vielleicht die Frage: „Und das alles – wegen eines Menschen?“ Ja. Denn eine Beziehung mit einem narzisstisch geprägten Partner ist keine „normale“ Beziehung – und auch die Trennung davon ist keine normale Trennung. Manipulation, emotionale Abhängigkeit und Machtspiele hinterlassen tiefe Spuren. Sie können dazu führen, dass Du Dich selbst verlierst. Deshalb gehört das Ende einer solchen Beziehung zu den schmerzhaftesten Erfahrungen, die man im Bereich von Beziehungen machen kann. Und jetzt kommt etwas ganz Wichtiges: Wenn Du Dich in diesen Zeilen wiedererkennst, dann gilt für Dich: Du hast nichts falsch gemacht. Und Du hättest den Ausgang nicht verhindern können. Egal, wie sehr Du Dich bemüht hättest – das Ergebnis wäre langfristig dasselbe gewesen. Also hör auf, Dich zu fragen: „Was hätte ich anders machen können?“ Die ehrlichste Antwort ist: Nichts. Was ist Narzissmus überhaupt? Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass es sowohl einen gesunden als auch einen krankhaften Narzissmus gibt. Ein gewisses Maß an Selbstliebe, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist nicht nur normal, sondern essenziell für eine stabile Persönlichkeit. In diesem Sinne trägt jeder Mensch auch narzisstische Anteile in sich – und das ist völlig in Ordnung. Problematisch wird es erst dann, wenn die Selbstbezogenheit überhandnimmt. Wenn sich jemand überwiegend auf die eigenen Bedürfnisse konzentriert, ständig im Mittelpunkt stehen möchte, mehr nimmt als gibt und kaum oder gar keine Empathie für andere empfinden kann, spricht man in der Psychologie von krankhaftem Narzissmus. Grundsätzlich unterscheidet man häufig zwischen zwei Ausprägungen: dem extrovertierten (nach außen gerichteten) und dem introvertierten (nach innen gekehrten) Narzissten. Und genau hier liegt eine der größten Herausforderungen: Während der extrovertierte Narzisst oft durch sein Auftreten leichter zu erkennen ist, bleibt der introvertierte Narzisst häufig lange unentdeckt. Er wirkt zurückhaltender, sensibler oder sogar verletzlich – zeigt seine tatsächlichen Muster jedoch deutlich subtiler. Im Folgenden findest Du einige typische Warnsignale (die Reihenfolge ist dabei nicht entscheidend), die Hinweise auf narzisstische Verhaltensweisen geben können. Wichtig: Nicht jeder Mensch, auf den einzelne dieser Punkte zutreffen, ist automatisch ein Narzisst. Erst das Zusammenspiel mehrerer Merkmale kann auf eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur hindeuten – und selbst dann darf eine Diagnose ausschließlich von qualifizierten Fachpersonen wie Psychologen oder Psychiatern gestellt werden. Dennoch können Dir diese Hinweise helfen, ein besseres Bewusstsein zu entwickeln – und Dich frühzeitig zu schützen oder rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen. Die häufigsten Erscheinungsformen von Narzissmus – und wie Du sie erkennst Narzissmus zeigt sich nicht immer laut, dominant und offensichtlich. Ganz im Gegenteil: Oft sind es gerade die leiseren, scheinbar sensiblen Persönlichkeiten, die besonders schwer zu durchschauen sind. Hier sind einige der häufigsten Ausprägungen, die Dir begegnen können: Der extrovertierte Narzisst (der Offensichtliche) Das ist der „klassische“ Narzisst, den viele sofort vor Augen haben. Selbstbewusst, charmant, oft sehr präsent – und gerne im Mittelpunkt. Er weiß genau, wie er wirkt, und nutzt das auch gezielt. Am Anfang kann er unglaublich faszinierend sein. Doch mit der Zeit zeigt sich: Es geht vor allem um ihn. Seine Bedürfnisse stehen im Vordergrund, Kritik verträgt er kaum, und echte Nähe entsteht selten. Der verdeckte Narzisst (der schwer Erkennbare) Der verdeckte Narzisst ist deutlich subtiler – und genau deshalb oft gefährlicher. Er wirkt nach außen ruhig, zurückhaltend oder sogar unsicher. Doch hinter dieser Fassade steckt häufig ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und Kontrolle. Statt offen zu dominieren, arbeitet er eher indirekt: durch unterschwellige Kritik, Schuldgefühle oder emotionale Verunsicherung. Du merkst oft lange nicht, was passiert – nur, dass Du Dich immer kleiner fühlst. Der vulnerable / sensible Narzisst Diese Form wird oft mit dem verdeckten Narzissmus verwechselt – und überschneidet sich auch stark. Der vulnerable Narzisst wirkt besonders empfindsam, verletzlich und emotional. Er fühlt sich schnell angegriffen, missverstanden oder ungerecht behandelt. Gleichzeitig erwartet er viel Verständnis, Aufmerksamkeit und Rücksicht – gibt davon aber selbst nur begrenzt etwas zurück. Oft hast Du das Gefühl, ständig auf ihn achten zu müssen, um nichts „falsch“ zu machen. Mit der Zeit verlierst Du Dich dabei selbst. Der Opfer-Narzisst Bei ihm bist Du schnell in der Rolle der „Verantwortlichen“. Er stellt sich gerne als Opfer dar – vom Leben, von anderen Menschen oder auch von Dir. Egal, was passiert: Schuld sind immer die anderen. Du beginnst, Dich zu rechtfertigen, zu erklären, Dich anzupassen – und merkst irgendwann, dass Du Dich ständig schuldig fühlst, ohne genau zu wissen warum. Der Love Bomber (der Verführer am Anfang) Diese Phase kennen viele – und genau hier beginnt oft die emotionale Abhängigkeit. Am Anfang wirst Du überschüttet mit Aufmerksamkeit, Komplimenten und intensiven Gefühlen. Du fühlst Dich gesehen, besonders, vielleicht sogar „angekommen“. Doch dieses Hoch hält nicht an. Nach und nach kippt die Dynamik – und genau dieses Wechselspiel aus Nähe und Entzug bindet Dich immer stärker. Der kontrollierende Narzisst Er muss nicht laut sein, um Kontrolle auszuüben. Oft beginnt es ganz subtil: kleine Kommentare, versteckte Kritik, „gut gemeinte“ Ratschläge. Mit der Zeit merkst Du, dass Du Dich veränderst. Du passt Dich an, vermeidest Konflikte, hinterfragst Dich selbst. Und irgendwann stellst Du fest, dass Du Dich selbst kaum noch erkennst. Wichtig zum Schluss Nicht jeder Mensch passt eindeutig in eine dieser Kategorien. Viele zeigen Mischformen oder wechseln zwischen verschiedenen Verhaltensweisen. Und nochmal ganz klar: Nicht einzelne Eigenschaften machen einen Menschen zum Narzissten. Erst das Zusammenspiel vieler Muster über einen längeren Zeitraum kann darauf hindeuten. Der extrovertierte & der introvertierte Narzisst im direkten Vergleich: DER EXTROVERTIERTE NARZISST 1. Überlegenheit und Selbstüberschätzung Der Narzisst fühlt sich seinem Partner stets überlegen. Es gibt eine ganz klare Hierarchie bei dem der Narzisst sich ganz oben sieht - da wo er sich am sichersten fühlt. Er hat immer Recht, will überall der Beste sein und ist ein ganz schlechter Verlierer. Aber während er sich selbst völlig überbewertet, erniedrigt und verletzt er andere und macht sie klein. Das macht ihn so gefährlich, denn das zieht er so lange durch, bis der Andere sich völlig wertlos fühlt und seine eigene gesunde Selbstliebe komplett verloren hat. Er wird auch selten in einer Streitsituation nachgeben, oder zugeben was falsch gemacht zu haben, egal wie offensichtlich es ist, dass er einen Fehler gemacht hat. Genauso wird er kaum zugeben das er gelogen hat. Selbst wenn er dabei erwischt wird findet er Wege die Wahrheit so zu drehen, dass der Andere am Ende der Schuldige ist, denn auch Kritik verträgt der Narzisst überhaupt gar nicht. Nach außen hin prallt die einfach an ihm ab, aber im inneren macht ihn die wütend und das bekommt sein Gegenüber definitiv früher oder später zu spüren. 2. Beachtung und Bestätigung Beachtet und bestätigt werden sind Lebenswichtig für den Narzissten, beides braucht er wie die Luft zum Atmen. Auch wenn er scheinbar vor Selbstliebe nur so strotzt, ist das nur Fassade, denn in seinem inneren fühlt er sich unsicher und hat tief sitzende Ängste. Egal wie oft man ihm sagt, das man ihn liebt, wie toll er ist, oder wie sehr man ihn bewundert, es ist nie genug. Es ist wie ein Glas das von oben befüllt wird und unten ein Loch hat. In Wirklichkeit glaubt der Narzisst nämlich nicht, dass ihn jemand wirklich lieben könnte, auch wenn er das niemals so zugeben würde. 3. Perfektionismus und Kontrollsucht Narzissten erwarten und verlangen dass alles perfekt ist. Sie selber müssen perfekt sein, der Partner muss perfekt sein, Dinge die sie planen müssen perfekt ablaufen, und das Leben sollte möglichst auch so passieren, wie sie sich das ausmalen. Da dieser Anspruch aber in der Realität nicht wirklich erfüllt werden kann, fühlt sich der Narzisst sehr oft unzufrieden. Schwachstellen würde er niemals zugeben, denn die könnten gegen ihn verwendet werden. ER führt Regie in der Beziehung! Und das oft so manipulativ, dass der Andere das lange nicht merkt. Verhält man sich nicht genau so wie er es erwartet und fordert, ist er schnell verärgert und man bekommt die Quittung gnadenlos überreicht. Dieser ist oft von länger andauernder Missachtung oder Liebesentzug gekennzeichnet. Er beobachtet seinen Partner genau, sucht und findet die Schwächen des Anderen und benützt sie schließlich gegen ihn. Die Grenzen des Partners werden auch völlig ignoriert, denn sie glauben, dass ihnen alles gehört und zusteht. Wenn sie was wollen, werden sie alles unternehmen um es zu bekommen. Ein Nein lassen sie nicht gelten. 4. Empfinden wenig bis keine Empathie Narzissten wirken oft leer und nicht echt. Irgendwie kommt man nie wirklich nah an sie heran, da sie nur so viel Nähe zulassen wie es ihnen was bringt. Es ist ein ständiges „komm her, geh weg“ Spielchen. Richtige Gefühle kann man an ihm nur selten erkennen. Weder besonderes Glück, noch besondere Traurigkeit. Das allein macht aber noch keinen Narzissten aus, denn Introvertierte Männer wirken genauso. Der Unterschied ist, dass ein Narzisst komplett gefühllos, ja sogar eiskalt sein kann. Nur seine Ansicht zählt. Die eines anderen kann er gar nicht verstehen, was er auch oft sagt und zeigt. Mitgefühl ist geheuchelt und wird nur dann eingesetzt, wenn es ihn wie der Held dastehen lässt, aber wirklich empfinden tut er sie nicht. 5. Legen sich ungerne fest Das Wort „Kompromiss“ ist für den Narzissten ein rotes Tuch, denn die Dinge sollen ja so laufen wie ER das möchte. Die Meinung des Anderen interessiert ihn nur dann, wenn er sich der anschließen kann, weil sie für ihn von Vorteil ist. Damit er sich für irgendetwas oder irgendwen wirklich festlegt, muss man ihm schon das Messer auf die Brust setzen, und selbst dann wird er sich noch winden, wenn er kann. Er hält sich am liebsten alle Türen und Möglichkeiten offen, kommt und geht wie er es für bequem empfindet, und interessiert sich dabei nicht ob sein Verhalten Konsequenzen haben könnte. Hauptsächlich, weil er niemals davon ausgeht, dass sein Partner ihn verlassen wird. Dieser Gedanke kommt ihm gar nicht in den Sinn. Selbst wenn das angedroht wird und die Koffer bereits gepackt an der Tür stehen, nimmt er es nicht ernst. Und wenn der Partner doch wirklich geht, braucht er nicht darauf warten, dass der Narzisst ihm hinterhereilt oder versucht zurück zu holen. Er geht davon aus, dass der Andere eh reumütig wiederkommt, und wenn nicht, dann hat sein Partner ihn nicht verdient. DER INTROVERTIERTE NARZISST Aus meiner Erfahrung ist es viel schwieriger einen introvertierten Narzissten zu erkennen. Oft sind sie schüchtern, vor allem nach außen sehr freundlich, hilfsbereit, bescheiden, aber auch sehr sensible. Die folgenden Punkte werden oft dem introvertierten Narzissten zugeschrieben, aber auch hier gilt wieder: Nicht einzelne Punkte allein machen einen Menschen gleich zu einem Narzissten. Es ist viel komplexer als das und kann nur von einem geschulten Profi diagnostiziert werden. 1. Reagieren auf Kritik sehr sensibel Menschen, die Kritik nicht gut vertragen und narzisstische Tendenzen zeigen, sind oft mit sich selber sehr unzufrieden bzw. haben wenig Selbstachtung. Klar, die meisten Menschen mögen Kritik nicht sonderlich, aber wie man damit umgeht, ist ausschlaggebend. Der introvertierte Narzisst wird die Kritik meist abtun, ignorieren oder mit Sarkasmus beantworten, aber innerlich könnte er sich leer, gedemütigt oder auch sehr wütend fühlen. Kritik ist für diesen Menschen ein Angriff an das eigens aufgebaute Ego, das andere doch eigentlich bewundern sollen. 2. Sich selbst klein machen Das klingt zwar wie ein Widerspruch zu Punkt 1, aber das ist eine Form der Manipulation, die introvertierte Narzissten oft für sich in Anspruch nehmen. Da sie ja unbedingt bewundert werden wollen, machen sie sich selbst nach außen hin klein, damit andere widersprechen und ihnen erzählen wie toll sie doch sind, wie viel sie doch erreicht haben, oder/ und was für ein guter Mensch sie doch sind. All das stammt aus der eigenen Unsicherheit heraus. Sie brauchen andere Menschen, die sie hoch leben lassen, weil sie insgeheim von sich selbst nicht so viel halten. 3. Depressionen und Leere Die Frustration über die übermäßigen und oft unerreichbaren Erwartungen, die ein introvertierter Narzisst an sich selbst hat, kann oftmals ein Gefühl von Leere verstärken und auch zu Depressionen führen. Erst Recht wenn auch von Außen wenig Wertschätzung erfolgt. Das wahre Leben deckt sich nun mal oft nicht mit der eigenen Einschätzung eines Narzissten über sich und führt dazu, dass er sich dann sogar schämt und Wertlos fühlt. 4. Schüchtern Die in sich gekehrte Art des introvertierten Narzissten wird mit seiner/ ihrer generellen Unsicherheit in Verbindung gebracht. Sie haben große Sorge, dass ihre Unzulänglichkeiten erkannt werden und sie weniger Wert sind, denn sie wollen ja am liebsten immer über allem und jeden stehen. Also machen sie sich eher rar, damit ihre Unsicherheiten und Schwächen möglichst nicht erkannt werden. Dieses Schauspiel in der Öffentlichkeit immer aufrecht erhalten zu müssen ist für den Narzissten sehr ermüdend und raub ihnen sehr viel Energie. 5. Zweckdienliche Empathie Es heißt ja oft, dass Narzissten nie wirklich Empathie fühlen. Es aber so wirken zu lassen, als seien sie sehr empathisch, ist jedoch möglich. Sie sind Meister darin, den Anschein zu erwecken, als ob sie gerne und überall helfen. Diese Hilfe und die Bereitschaft außergewöhnliches für andere zu leisten, dient aber nur ihrem eigenen Verlangen nach Anerkennung und Lob, die ein Narzisst ja braucht, wie die Luft zum Atmen. Fazit Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist ein sehr komplexes Feld in der Psychologie und sollte keinesfalls als was ausschließlich böses gesehen werden. Oft hat sich der Mensch zu einem Narzissten entwickelt, weil er in seiner Kindheit emotional entweder stark vernachlässigt, oder aber übermäßig behütet wurde, demnach braucht er dringend Hilfe von einem Profi, um zu lernen mit seinen Emotionen, seiner Geschichte usw. klar zu kommen. Jeder möchte sich in seiner Haut doch wohl fühlen und viele von uns haben unrealistische Erwartungen an das eigene Leben und an die eigene Person, die uns sehr unter Druck setzen. Einige von uns kommen besser damit klar diese Emotionen zu regulieren als andere und manche entwickeln dann eben die Persönlichkeitsstörung. Wenn Du es mit so einem Menschen zu tun hast, stehst Du aber zwangsläufig irgendwann vor der Frage: Halte ich es noch aus, oder muss ich mich retten? Ohne professionelle Hilfe ist es leider sehr schwer bis unmöglich einem Narzissten zu helfen. Die meisten sehen gar keinen Grund eine Therapie in Anspruch zu nehmen. Sie reflektieren selten ernsthaft und sehen nicht ein, dass sie an sich arbeiten müssten. Eher erwarten sie von anderen, dass sie sich ihnen anpassen. Und wenn sie doch einen Therapeuten aufsuchen, dann meistens nicht aus freien Stücken, sondern weil der Partner mit Trennung droht, oder der Chef mit Entlassung. Wenn diese Gefahr aber nicht mehr besteht, verschwindet auch die Motivation schnell wieder und die Therapie wird abgebrochen. Dann war der Therapeut unfähig und nicht der richtige, oder es gibt andere Ausreden für das beenden der Therapie. Aber eine Beziehung sollte einem aber doch überwiegend gut tun und beflügeln und nicht etwas sein, was man aushalten muss, oder? Bei mir hat es erst zu starken Herzrhythmusstörungen führen müssen, bis mir klar wurde, dass ich mich endlich selbst retten muss und die toxische Beziehung beenden und verlassen muss. Wie gesagt, mit einem narzisstischen Partner fühlt es sich an wie eine ewige Achterbahnfahrt, aus der man meint nicht aussteigen zu können. Aber eines kann ich Dir versichern: Wenn Du den Absprung endlich geschafft hast und Dich von den emotionalen und körperlichen Strapazen erholt hast, dann bist Du hinterher tausend Mal stärker, als Du vorher warst!
von Nicky Brühl 8. Oktober 2021
„Dein Hund liebt Dich bedingungslos, deshalb ist es Deine Verantwortung ihn bedingungslos zu schützen!“ Nicky Brühl Haustiere gegen die Einsamkeit Der Verlust des Partners, ob wegen Trennung, Scheidung oder Tod, wirft viele Menschen komplett aus der Bahn. Auf einmal ist man nicht mehr „ein Paar“, sondern man ist gezwungen nun allein durchs Leben zu gehen. Man wacht morgens allein auf, frühstückt allein und beginnt seinen Tag, ohne einen gemeinsamen Plan fürs Mittagessen oder die Abendgestaltung. Gerade an Wochenenden, wenn man nicht von der Arbeit abgelenkt ist, fällt es vielen schwer mit dem Alleinsein umzugehen. Ganz besonders für ältere Menschen kann es ratsam sein ein Haustier (insbesondere eine Katze, oder einen Hund) bei sich aufzunehmen, denn oft gibt ihnen die neue Aufgabe wieder das Gefühl nützlich zu sein und gebraucht zu werden. Ein weiterer positiver Effekt, den man beispielsweise bei Hundebesitzern finden kann ist, dass durch die nötigen Spaziergänge eine Brücke zur Außenwelt geschaffen wird, die eventuell sonst nicht so ausgeprägt wäre. Es können viel mehr Gespräche mit anderen Hundebesitzern, Nachbarn usw. stattfinden, als ohne Hund, natürlich auch bei jüngeren Menschen, die sich lieber zurückziehen. Aber auch die Katze kann für viele Menschen, die sonst niemand zum Reden haben, ein wertvoller Gesprächspartner sein, auch wenn sie nicht mit ihrer Stimme, aber doch auf ihre Art antworten kann. Aus der Psychologie weiß man, dass Haustiere, insbesondere Hunde und Katzen, auch gegen Depressionen, Traurigkeit usw. sehr sinnvolle Lebensbegleiter sein können. Ganz besonders das Streicheln von Hunden und Katzen gilt als stimmungsaufhellend und kann Glückshormone ausschütten. Auch wenn Tiere allein nicht den menschlichen Kontakt ersetzen können, haben sie doch in den meisten Fällen eine sehr positive Auswirkung auf die Psyche ihrer Besitzer. Egal in welchem Alter man sich mit der Anschaffung eines Haustieres beschäftigt, einige wichtige Punkte sollten schon berücksichtigt werden und passen, bevor man diesen Schritt geht. Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie haben sich viele Familien vorschnell und unüberlegt ein Tier ins Haus geholt, vor allem junge Hundewelpen. Die Folge ist nun, dass viele dieser Junghunde nicht richtig erzogen und sozialisiert wurden. Zum einen, weil die Hundeschulen geschlossen hatten und zum anderen, weil sie als Mittel gegen Langeweile für die Kinder dienen sollten, die es mit der Hundeerziehung oft nicht ganz so genau nehmen 😉. Aber so ein Novum bleibt ja nicht lange ein Novum. Der einst niedliche Welpe ist nun zu einem lebhaften Jung-Hund geworden, der lange Spaziergänge und Spielzeiten an der frischen Luft braucht, egal ob die Sonne scheint, oder es regnet, oder schneit. Viele dieser Hunde landen jetzt im Tierheim, weil die Besitzer wieder arbeiten müssen, die Kinder wieder in die Schule gehen und der Hund nicht allein zuhause bleiben kann, weil er es nicht gelernt hat. Das ist tragisch und unfair dem Hund gegenüber, aber auch den Tierheimen gegenüber, die sich im Nachhinein um die Erziehung des Hundes kümmern müssen, damit er in eine Familie vermittelt werden kann, in der er nicht wieder Gefahr läuft im Tierheim zu landen. Wenn aber alles gut durchdacht ist und man sich klar darüber ist, dass ein Hund oder eine Katze zum Beispiel auch mal zum Tierarzt muss und das sehr teuer werden kann; dass das Tier nicht ewig allein bleiben möchte; seine Gesellschaft, seine Spiel- und Spaziergehzeiten braucht und seiner Art entsprechend gehalten werden möchte, dann sollte das neue Familienmitglied auch ein wertvoller Partner für den neuen Besitzer werden können und die Anschaffung für beide Seiten eine Bereicherung. Meine Hunde und auch alle anderen meiner Haustiere waren für mich in meinem Leben immer vollwertige Familienmitglieder. Besonders nach der Scheidung von meinem Mann vor über sieben Jahren hat sich bezüglich der Familiendynamik in meinem Haus (der Papa ist ausgezogen) sehr viel verändert. Die Kinder sind jedes zweite Wochenende ab Donnerstag bei ihrem Papa und auch die Hälfte der Ferien. Mein neuer Lebensgefährte und ich sehen uns so oft es uns möglich ist, wohnen aber in getrennten Häusern, sodass ich sehr viel Zeit allein zuhause verbringe, da ich auch viel dort, oder in meiner Firma arbeite. Mein Hund Cocoa ist für mich dabei eine sehr große Bereicherung. Sie kam zu uns vor der Pandemie als Welpe und hat, wie bei allen Hundebabys, unseren Alltag komplett auf den Kopf gestellt. Aber durch eine intensive Erziehung und einen gut durchdachten und geplanten Tagesablauf, ist die Fellnase aus unserer Familie nicht mehr weg zu denken. Wenn ich jemand brauche, die mir zuhört ist sie da. Wenn ich jemand zum kuscheln brauche ist sie da. Wenn ich heimkomme ist sie da. Wenn ich traurig bin ist sie da und tröstet mich. Natürlich habe ich auch einen Freundeskreis mit sehr lieben Menschen, die auch immer für mich da sind, aber die Freundschaft zu meinem Hund ist definitiv ein großer zusätzlicher Bonus in meinem Leben. Zum Dank an meine Cocoa ist es ganz selbstverständlich meine Verantwortung dafür zu sorgen, dass auch sie alles bekommt und erleben darf, was ein Hund ihrer Art braucht und von mir einfordert. Und das nicht nur heute und morgen, sondern bis ans Ende ihres Lebens!

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