Frosch geküsst - und schon wieder kein Prinz
Warum wir immer wieder an die falschen geraten
Warum geraten manche Menschen immer wieder an die falschen Partner?
Diese Frage stellen sich viele irgendwann nach mehreren enttäuschenden Beziehungen. Oft entsteht das Gefühl, immer wieder dieselbe Geschichte zu erleben – nur mit einem anderen Menschen. Anfangs wirkt alles vielversprechend, intensiv und besonders. Doch irgendwann tauchen ähnliche Probleme auf: mangelnde Verbindlichkeit, emotionale Kälte, ständige Unsicherheit, Drama oder das Gefühl, nicht genug zu sein.
Das kann sehr frustrierend sein. Vor allem dann, wenn man sich eigentlich nichts mehr wünscht als eine gesunde, liebevolle Beziehung.
Doch häufig steckt hinter diesem Muster mehr als nur „Pech“. Viele Menschen fühlen sich unbewusst zu bestimmten Partnern hingezogen, weil diese etwas Vertrautes auslösen. Vertraut bedeutet dabei nicht automatisch gut oder gesund. Vertraut bedeutet oft nur: „Das kenne ich.“
Wer in der Kindheit zum Beispiel wenig Sicherheit, viel Kritik, Zurückweisung oder emotionale Distanz erlebt hat, verbindet Liebe oft unbewusst mit Anstrengung. Nähe fühlt sich dann nicht ruhig und sicher an, sondern aufregend, wechselhaft oder sogar schmerzhaft. Man lernt früh: Liebe muss man sich verdienen. Genau deshalb wirken Menschen, die schwer erreichbar sind oder wenig geben, oft besonders interessant.
Viele geraten deshalb immer wieder an Partner, die:
- emotional nicht verfügbar sind
- sich nicht festlegen wollen
- ständig Nähe und Distanz wechseln
- viel Bestätigung brauchen
- egoistisch oder manipulativ sind
- keine Verantwortung übernehmen
- einem das Gefühl geben, ständig kämpfen zu müssen
Oft steckt dahinter die Hoffnung, endlich „genug“ zu sein.
Endlich den Menschen zu bekommen, der sich vorher nie ganz entschieden hat.
Endlich geliebt zu werden von jemandem, der Liebe eigentlich kaum zeigen kann.
Doch genau dieser Wunsch führt oft dazu, dass man viel zu lange bleibt, viel zu viel entschuldigt und die eigenen Bedürfnisse immer weiter hinten anstellt.
Man redet sich Warnsignale schön, ignoriert das eigene Bauchgefühl oder hofft, dass sich der andere irgendwann verändert.
Doch Menschen verändern sich selten, nur weil man sie genug liebt. Wirkliche Veränderung passiert nur dann, wenn jemand selbst erkennt, dass bestimmte Verhaltensweisen nicht gut sind – und wirklich bereit ist, daran zu arbeiten.
Gerade wenn man wenig Selbstwertgefühl hat oder große Angst vor dem Alleinsein verspürt, hält man oft an Beziehungen fest, die eigentlich nicht guttun. Lieber in einer unglücklichen Beziehung bleiben, als sich der Leere und Einsamkeit stellen – so denken viele unbewusst.
Dabei wäre genau dieser Moment des Alleinseins oft wichtig. Denn nur wer lernt, alleine mit sich selbst klarzukommen, erkennt irgendwann, dass Liebe nicht weh tun muss, um echt zu sein.
Gesunde Beziehungen fühlen sich oft ganz anders an als ungesunde. Sie sind ruhiger, verlässlicher und weniger dramatisch. Es gibt weniger Angst, weniger Unsicherheit und weniger ständiges Grübeln. Stattdessen gibt es Vertrauen, Ehrlichkeit und das Gefühl, so sein zu dürfen, wie man ist.
Das Problem ist: Wer Chaos gewohnt ist, empfindet Ruhe oft zuerst als langweilig. Wer immer um Liebe kämpfen musste, hält Verlässlichkeit manchmal für fehlende Leidenschaft. Deshalb kann gesunde Liebe sich anfangs ungewohnt anfühlen.
Doch nur weil etwas ungewohnt ist, bedeutet das nicht, dass es falsch ist. Vielleicht ist es einfach nur das erste Mal, dass es gesund ist.
Der wichtigste Schritt ist deshalb, die eigenen Muster zu erkennen. Sich ehrlich zu fragen:
Warum fühle ich mich immer wieder zu solchen Menschen hingezogen?
Was glaube ich tief im Inneren über mich selbst?
Welche Beziehung kenne ich vielleicht schon aus meiner Vergangenheit?
Und warum halte ich an Menschen fest, die mir nicht guttun?
Je besser man sich selbst versteht, desto eher kann man andere Entscheidungen treffen. Man erkennt Warnsignale früher. Man zieht klarere Grenzen. Und man lernt, dass man niemandem hinterherlaufen muss, um liebenswert zu sein.
Denn Liebe sollte nicht ständig Kampf sein.
Liebe sollte sich nicht anfühlen wie Warten, Hoffen oder Leiden.
Liebe darf ruhig sein.
Liebe darf sicher sein.
Und vor allem: Liebe sollte nicht bedeuten, dass man sich selbst verliert.